April 10, 2006 04:33 EM

Softhandys für Schüler

heise online - Saarlands Bildungsminister fordert

Saarlands Bildungsminister fordert "Softhandy" gegen Verbreitung von Gewaltszenen

In der Debatte um Gewalt an Schulen hat der saarländische Bildungsminister Jürgen Schreier (CDU) die Hersteller von Mobiltelefonen zum Anbieten von ihm als "Softhandys" titulierten Mobiltelefonen aufgefordert, die keine Gewaltvideos verbreiten können. "Ich glaube, dass die großen Unternehmen der Branche hier eine Verantwortung für die junge Generation haben", sagte Schreier in einem dpa-Gespräch in Saarbrücken. Die "Softhandys" sollten beispielsweise keine Infrarot-Schnittstellen mehr haben.
...

Ja es wird sogar noch besser, da wird nicht nur die Abschaffung von IR Schnittstellen gefordert, sondern auch gleich noch eine möglichst weitgehende Überwachung.

"Es muss doch Möglichkeiten für Eltern geben, sich zu vergewissern, dass ihre Kinder solche Gewalt- und Sexszenen nicht besitzen" ...

Bei der Gelegenheit sorgen wir doch bitte noch dafür, dass einschlägige Sexheftchen im Sinne der "Verfügbarkeitsüberwachung durch die Eltern" nur noch in Stein gemeiselt ausgeliefert werden dürfen (damit sind die Dinger schwerer zu verstecken). Videos werden gleich noch mit verboten und überhaupt, kann nicht irgendwer eine Jugendbrille mit eingebauten Visualisierungs- und Freigabefilter entwerfen? Die kriegen unsere lieben Kleinen dann ans Hirn geschraubt und alles wird gut.
So einen Blödsinn gibt es schließlich auch fürs Internet, dort nennt es sich dann Contentfilter. Aber das ist eine andere Geschichte.

Ja, ich habe einen Sohn und ja er ist auch im Zielgruppenalter dieser Sex und Gewaltvideos.
Trotzdem bleibe ich bei meiner Behauptung und erweitere den Bezug auf Handys.

Sie haben nur eine Möglichkeit diesem Dilemma zu entgehen. Geben Sie Ihren Kindern ein Wertesystem durch Ihr Vorbild.
Erklären Sie Ihren Kindern, dass es gute und böse Inhalte, Videos, ... gibt und vor allem erklären Sie Ihren Kindern, was daran aus Ihrer Sicht schädlich und böse ist. Geben Sie Ihren Kindern das moralische Rüstzeug die Entscheidung "Gut und Böse" für sich selbst zu treffen.
Befähigen Sie Ihre Kinder zur Verantwortung für sich selbst.

Jetzt, so schnell wie möglich. Das böse Internet und die bösen Handys warten nicht, sie sind schon da.
Sie lauern im Wohnzimmer oder auf der Strasse oder in der S-Bahn und im Zoo, wenn es sein muss sogar drahtlos.
Bereit Ihre Kinder anzuspringen wie ein großer, schwarzer Puma.

Viel Erfolg

Posted by Aweihs at DTG 10 April 2006 , 16:33:46 | TrackBack (0)
Comments

Alex, Du vergisst dabei eines:
Vorbild sein und mit Argumenten überzeugen ist schwierig und anstrengend. Da ist es doch viel einfacher, den Staat aufzufordern, das zu verbieten. Dann hat man auch gleich den Schuldigen, wenn es nicht funktioniert.
Genetisch ist die Aufklärung im Menschen ja noch nicht verankert. Die muß brav von Generation zu Generation weitervermittelt werden. Dass dabei auch Übermittlungsfehler passieren können sehen wir bei gewissen amtierenden westlichen Regierungen. Manche deutschen Politiker wollen dann auch noch rechts überholen.

Posted by: Arnd at 11.04.06 13:36

Ich hatte nie die Absicht, einen einfachen oder bequemen Weg vorzuschlagen. Ich bin lediglich der Überzeugung, dass Regeln nichts bringen, wenn sie nicht überwacht werden oder nicht durchsetzbar sind. Vor allem aber, bringen Reglementierungen nichts, wenn man sich nicht die Mühe macht, den Sinn, die Bedeutung und das verfolgte Ziel hinter den Regeln, den Reglementierten zu erklären.
Die gesellschaftliche Ohnmacht, in der Ausbildung und Erziehung unserer Folgegenerationen wurde ja erst kürzlich, am Beispiel der Hilferufe Berliner Hauptschulen" erneut in den Medien dokumentiert.

Posted by: Alexander Weihs at 12.04.06 11:13
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