Lernen und Vergessen

Die Vergessenskurve – oder auch ebbinghaussche Kurve genannt – veranschaulicht den Grad des Vergessens innerhalb einer bestimmten Zeit. Sie wurde von dem deutschen Psychologen Hermann Ebbinghaus durch Selbstversuche entdeckt und soll u. a. zeigen, wie lange der Mensch neu Gelerntes behält und wie viel Prozent er vergessen hat. Im Zusammenhang mit der Vergessenskurve maß der Berliner Professor auch die Anzahl der Wiederholungen in Abhängigkeit von der Zeit, die nötig waren, um nach einer Pause die auswendig gelernten Silbenreihen fehlerfrei reproduzieren zu können. (Ersparnismethode)

  • 20 Minuten nach dem Lernen nur noch 60 % des Gelernten abrufen können.
  • Nach einer Stunde sind nur noch 45 %
  • nach einem Tag gar nur 34 % des Gelernten im Gedächtnis.
  • Sechs Tage nach dem Lernen wiederum ist das Erinnerungsvermögen bereits auf 23 % geschrumpft;
  • dauerhaft werden nur 15 % des Erlernten gespeichert.

Der Vorgang des Vergessens muss durch mehrfaches Wiederholen des Lernstoffes abgemindert werden (Überlernen), wobei jede Wiederholung das Intervall, nach dem eine erneute Wiederholung nötig ist, vergrößert. Was man nicht im Alltag benutzt, vergisst man; und nur durch ständiges Benutzen des Wissens behält man es.

Lernstoffe müssen möglichst klar und prägnant den Sinn der Sache erklären und dem Lernenden jederzeit den Überblick bieten. Zum Beispiel wird ein Schüler zuerst lernen, was Hormone überhaupt sind und erst dann, welche Wirkung die einzelnen Hormone besitzen. Die Lernkurve von Ebbinghaus misst allerdings nicht, wie viele Silben noch korrekt reproduziert werden konnten, sondern wie groß der Zeitaufwand gegenüber dem erstmaligen Lernen ist.

Nach Christian Michel und Felix Novak (1990)[3] gelten näherungsweise folgende Vergessenskurven:

  • “Prinzipien und Gesetzmäßigkeiten” sind nach 5 Tagen zu ca. 1 % vergessen und nach 30 Tagen zu etwa 5 %
  • Gedichte 25 % bzw. 50 %
  • Prosa 53 % bzw. 60 %
  • sinnlose Silben 78 % bzw. 80 %

Dies zeigt eindrücklich, dass es beim Lernen hilfreich wäre, den Stoff in einen Rhythmus/Reim oder in eine Geschichte einzuweben.

Darüber hinaus gibt es einen guten Test um aufzuzeigen, dass das menschliche Gedächtnis viel besser dafür geeignet ist sich Bilder zu merken. Ich habe darüber bereits einmal geschrieben, zu finden unter http://www.iweihs.net/wp/archives/2981

Teil 1 – Die Ausgangssituation – 50 Bilder bitte: https://www.youtube.com/watch?v=FmEBxLBurAM&ab_channel=denkreich
Teil 2 – Erfolgskontrolle: https://www.youtube.com/watch?v=kjCtnLfdGIk&ab_channel=denkreich

Darüber hinaus gibt es viele Memotechniken die diesen Umstand verwenden. Memo Techniken]]
Auch im Themenfeld Visualisierung habe ich schon ein paar Informationen gesammelt. Bilder im Kopf oder die Kunst der Visualisierung

  • vergessenskurve.txt
  • Last modified: 2017/02/06 13:23
  • by aweihs