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vertrauen [2019/07/22 11:26]
aweihs [Situationsbasiertes Vertrauen]
vertrauen [2019/07/22 11:27] (current)
aweihs
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 In rationalistisch-entscheidungsorientierter Betrachtungsweise bestehen folgende Voraussetzungen dafür, dass ein situationsbasiertes Vertrauen entstehen kann: In rationalistisch-entscheidungsorientierter Betrachtungsweise bestehen folgende Voraussetzungen dafür, dass ein situationsbasiertes Vertrauen entstehen kann:
  
-  ​Der Wert der zukünftigen Kooperation muss den Wert einer sofortigen Nicht-Kooperation übersteigen. +  ​Der Wert der zukünftigen Kooperation muss den Wert einer sofortigen Nicht-Kooperation übersteigen. 
-  ​Eine mögliche Nicht-Kooperation muss beobachtbar sein und entdeckt werden können. +  ​Eine mögliche Nicht-Kooperation muss beobachtbar sein und entdeckt werden können. 
-  ​Der Vertrauensgeber muss willens und fähig sein, den Nicht-Kooperateur zu bestrafen.+  ​Der Vertrauensgeber muss willens und fähig sein, den Nicht-Kooperateur zu bestrafen.
 Vertrauen kann man vergrößern,​ indem man Informationen gibt oder gewinnt (vertrauensbildende Maßnahmen). Auf längere Sicht gewinnen Strategien, die auf Vertrauen basieren und zu Kooperation führen, oft mehr als Strategien, die auf Misstrauen beruhen. Situationsbasiertes Vertrauen ist oft kein „echtes Vertrauen“,​ und zwar, wenn Verletzlichkeit nicht gegeben ist. Aber es ist eine Grundlage für die folgenden „echten Formen“ von Vertrauen. Vertrauen kann man vergrößern,​ indem man Informationen gibt oder gewinnt (vertrauensbildende Maßnahmen). Auf längere Sicht gewinnen Strategien, die auf Vertrauen basieren und zu Kooperation führen, oft mehr als Strategien, die auf Misstrauen beruhen. Situationsbasiertes Vertrauen ist oft kein „echtes Vertrauen“,​ und zwar, wenn Verletzlichkeit nicht gegeben ist. Aber es ist eine Grundlage für die folgenden „echten Formen“ von Vertrauen.
  
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 Drei Erwartungen gegenüber den persönlichen Eigenschaften,​ die der Kooperationspartner aufweisen soll, sind Grundlage eines Vertrauensvorschusses,​ den man ihm gibt: Drei Erwartungen gegenüber den persönlichen Eigenschaften,​ die der Kooperationspartner aufweisen soll, sind Grundlage eines Vertrauensvorschusses,​ den man ihm gibt:
  
-  ​Kompetenzerwartung,​ also die Erwartung, dass der Kooperationspartner in seiner Domäne kompetent ist, +  ​Kompetenzerwartung,​ also die Erwartung, dass der Kooperationspartner in seiner Domäne kompetent ist, 
-  ​Integritätserwartung,​ also die Erwartung, dass er keine verdeckten, für seine Partner gefährlichen Strategien betreibt, +  ​Integritätserwartung,​ also die Erwartung, dass er keine verdeckten, für seine Partner gefährlichen Strategien betreibt, 
-  ​Benevolenzerwartung,​ wobei Benevolenz eine optimistisch-offene (wörtl. wohlwollende) Haltung gegenüber anderen Menschen und Beziehungen meint, die nicht durch besondere Handlungen, sondern durch guten Willen und allgemeine Geneigtheit gekennzeichnet ist. Benevolenz gilt auch in der ökonomischen Theorie als eine Grundvoraussetzung für Austausch und Handel und ist nicht zu verwechseln mit Altruismus.[6]+  ​Benevolenzerwartung,​ wobei Benevolenz eine optimistisch-offene (wörtl. wohlwollende) Haltung gegenüber anderen Menschen und Beziehungen meint, die nicht durch besondere Handlungen, sondern durch guten Willen und allgemeine Geneigtheit gekennzeichnet ist. Benevolenz gilt auch in der ökonomischen Theorie als eine Grundvoraussetzung für Austausch und Handel und ist nicht zu verwechseln mit Altruismus.[6]
  
 ===== Identifikationsbasiertes Vertrauen ===== ===== Identifikationsbasiertes Vertrauen =====
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 Identifikationsbasiertes Vertrauen beruht in sozialpsychologischer Betrachtung auf vier Komponenten:​ Identifikationsbasiertes Vertrauen beruht in sozialpsychologischer Betrachtung auf vier Komponenten:​
  
-  ​Voraussetzungen:​ enge Zusammenarbeit,​ Offenheit und regelmäßige Kommunikation +  ​Voraussetzungen:​ enge Zusammenarbeit,​ Offenheit und regelmäßige Kommunikation 
-  ​Identifikation mit den Werten, Zielen und Bedürfnissen des Partners +  ​Identifikation mit den Werten, Zielen und Bedürfnissen des Partners 
-  ​Gemeinschaft zwischen den Vertrauenden +  ​Gemeinschaft zwischen den Vertrauenden 
-  ​Gegenseitige Sympathie und die Entwicklung einer emotionalen Bindung+  ​Gegenseitige Sympathie und die Entwicklung einer emotionalen Bindung
  
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  • Last modified: 2019/07/22 11:27
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